Erbschaftsteuer und Vermögensnachfolge

Noch nie wurde in Deutschland so viel Vermögen an die nächste Generation vererbt wie heute. Die Einnahmen aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer im Freistaat Bayern steigen seit Jahren, was die Grafik des Bayrischen Landesamtes für Statistik belegt:

Die Preise für Immobilien, vor allem in den Ballungszentren und Großstädten von Bayern sind in den letzten Jahren rasant gestiegen. Das vererbte Immobilienvermögen übersteigt immer öfters den Freibetrag der Erbschaftsteuer. Die gute Nachricht ist: Sie müssen nicht tatenlos zusehen! Unsere Experten für Erbschaftsteuer und Erbrecht entwickeln mit Ihnen Strategien zur steueroptimalen Vermögensübertragung, um so wenig wie möglich oder gar keine Erbschaftsteuer zu entrichten. Das Klischee „Die Erbschaftsteuer ist eine Dummensteuer“ machte in den letzten Jahren die Runde. Es haben noch sehr viele vermögende Deutsche weder ein Testament noch einen Erbvertrag aufgesetzt bzw. geschlossen. Tritt der Erbfall ein, greift das Erbrecht in der gesetzlich vorgesehenen Art und Weise – ohne individuelle, zugeschnittene Steuerstrategie. Schlimmer noch, es kommt zu unerwünschten Erbengemeinschaften, Zwangsversteigerungen bei ausuferndem Streit unter den Erben und der Fortbestand des Unternehmens ist in Gefahr, wenn Erben ausgezahlt werden müssen. Bestimmen Sie deshalb zu Lebzeiten, was im Erbfall mit Ihrem Vermögen geschehen soll! Der Faktor Zeit spielt eine wesentliche Rolle bei der Vermeidung der Erbschaftsteuer. Unsere Kanzleien bieten an allen Standorten - Regensburg, Passau, Landshut, Ortenburg und Deggendorf - Erbschaftsteuerberatung und eine umfassende Beratung zu Testament Erbvertrag und alle damit zusammenhängenden Verträge an. Hierunter fällt auch die Einbeziehung des Gesellschaftsvertrags oder der Satzung im Unternehmensbereich. Diese Verträge sollten immer mit den erbrechtlichen und eherechtlichen Verträgen abgestimmt werden. Änderungen der Verhältnisse, sei es aus persönlichen, gesellschaftsrechtlichen oder gesetzgeberischen Veranlassungen, müssen eingepflegt und die Vertragsgestaltungen aktualisiert werden.

Hohe Freibeträge bei der Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer

Das Erbschaftsteuergesetz (ErbStG) regelt die Schenkungsteuer und Erbschaftsteuer in einem einzigen Gesetz. Schenkung ist ein Versprechen einer Zuwendung unter Lebenden (§7 ErbStG). Der Erbfall tritt mit dem Tode des Erblassers ein. Auf das vererbte Vermögen wird die Erbschaftsteuer erhoben. Der Beschenkte und der Erbe sind für die Besteuerung des erhaltenen Vermögens verantwortlich.

Die Höhe der Erbschaft- und Schenkungsteuer ergibt sich aus den 3 Steuerklassen unter Berücksichtigung der persönlichen Freibeträge. Nahe Angehörige, also Ehepartner Kinder und Stiefkinder werden vom Gesetzgeber besonders begünstigt, sowohl mit der Steuerklasse 1 als auch mit den höchsten Freibeträgen. Eltern und Enkelkinder sind ebenfalls im hohen Maße begünstigt.

Die Schenkung ist ein wichtiges Instrument zur Steuervermeidung, weil der volle Freibetrag aller 10 Jahre neu in Anspruch genommen werden kann. Die Freibeträge für die Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer zeigen den großen Spielraum für eine steueroptimale Vermögensübertragung.

  • Für den Ehegatte und Lebenspartner 500 000 €
  • Für jedes Kind und Stiefkind 400 000 €
  • Jedes Enkelkind 200 000 €
  • Für die Eltern 100 000 €
  • Für Geschwister, Neffen, Nichten, Onkel, Tante, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern je 20 000 €

Zusätzlich wird Kindern und Ehegatten der besondere Versorgungsfreibetrag gewährt (§ 17 ErbStG). Der überlebende Ehegatte hat einen Versorgungsfreibetrag von maximal 256 000 €. Bei den Kindern und Stiefkindern ist der Versorgungsfreibetrag vom Alter abhängig und beträgt maximal 52 000 €. Im Erbfall würde eine vierköpfige Familie (Ehepaar mit 2 Kindern) unter gewissen Voraussetzungen folgenden summarischen Freibetrag erhalten:

500.000 €, Freibetrag Ehegatte

256.000 €, Versorgungsfreibetrag Ehegatte

400.000 €, Freibetrag Kind 1

52.000 €, Versorgungsfreibetrag Kind 1

400.000 €, Freibetrag Kind 2

52.000 €, Versorgungsfreibetrag Kind 2

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1.660.000 € maximaler Freibetrag

 

Dieser immense Gestaltungsspielraum kann noch durch Schenkung, vorweggenommene Erbfolge und durch weitere Ausgestaltungen erheblich gesteigert werden. Zögern Sie nicht länger und vereinbaren Sie ein Informationsgespräch zu Erbschaft und Schenkung mit einem versierten Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Erstellung und Abgabe der Erbschaftsteuererklärung

Innerhalb von 3 Monaten müssen Sie das Finanzamt schriftlich über die Erbschaft informieren, es sei denn, es gibt ein notariell beglaubigtes Testament oder ein Erbvertrag. Dann entfällt die Mitteilungspflicht. Die Verträge werden dann direkt vom Notar an das Finanzamt gemeldet. Die Anmeldung der Erbschaft an das Finanzamt beinhaltet:

  • Vor- und Familienname, Identifikationsnummer, Beruf, Anschrift des Erblassers und des Erwerbers
  • Todestag und Sterbeort des Erblassers
  • Gegenstand und Wert des Erwerbs
  • Rechtsgrund des Erwerbs, wie gesetzliche Erbfolge, Vermächtnis
  • persönliches Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser wie Verwandtschaft, Schwägerschaft, Dienstverhältnis
  • frühere Zuwendung des Erblassers an den Erwerber nach Art, Wert und Zeitpunkt der einzelnen Zuwendung

Die Erbschaftsteuererklärung geben Sie erst nach Aufforderung durch das Finanzamt ab. Unsere Steuerberater helfen Ihnen gern beim Ausfüllen der Erbschaftsteuererklärung.

Steueroptimale Vermögensübertragung bei Erbschaft und Schenkung

Einfach den Erbfall abzuwarten, ist meistens die teurere Variante, das Vermögen an die nächste Generation weiterzugeben. Welche Gestaltungsmöglichkeiten haben Sie? Abhängig von Art und Höhe des Vermögens, kommen

  • Schenkung
  • Schenkung im Wege der vorweggenommenen Erbfolge
  • Schenkung unter Auflage
  • Familiengesellschaft oder Familienpool
  • Familienstiftung

In Betracht.

Die vorweggenommene Erbfolge ist eine beliebte Methode. Der Erblasser verschenkt Teile seines Vermögens schon zu Lebzeiten an die zukünftigen Erben Die vorweggenommene Erbfolge ermöglicht es Ihnen, Erbschaftsteuer zu vermeiden, Pflichtteilsansprüche geringer ausfallen zu lassen, Familienvermögen zusammenzuhalten.

Die Schenkung bietet Ihnen zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten. Man unterscheidet zwischen reiner Schenkung, Schenkung unter Auflagen oder gemischte Schenkung. Letztere beinhalten eine Gegenleistung. Es kann auch eine sogenannte Rückfallklausel vereinbart werden, die die Übertragung des Vermögens unter bestimmten Bedingungen rückgängig macht. Nießbrauchsrecht und lebenslanges Wohnrecht kommen bei Immobilien in Frage. Bei der Überlassung mit dem Vorbehalt des Nießbrauchs kann der Schenker weiterhin Einkünfte aus beispielsweise der Immobilie erzielen. Der vorbehaltene Nießbrauch führt dabei zu einer niedrigeren Immobilienbewertung und in dem Zuge zu einer niedrigeren Schenkungsteuer.

Die Familiengesellschaft eröffnet viele Möglichkeiten, dem Willen des zukünftigen Erblassers Rechnung zu tragen und Erbschaftsteuer zu vermeiden. Diese kann in unterschiedlichsten Rechtsformen vorkommen: Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), Kommanditgesellschaft (KG) oder auch in einer, falls gewünscht - vermögensverwaltenden GmbH & Co. KG. Die Möglichkeiten der Familiengesellschaft: sind beispielsweise:

  • das Familienvermögen wird auch beim Generationswechsel zusammengehalten,
  • jedes Elternteil erhält sich den Steuerfreibetrag bei der Schenkung an die Nachfolger,
  • trotz Vermögensübertragung an minderjährige Kinder können die Eltern die Kontrolle über das Vermögen behalten,
  • das Vermögen ist vor Gläubigern und Pflichtteilsberechtigten geschützt,
  • es fällt bei geeigneter Gestaltung auch nicht an einen etwaigen Insolvenzverwalter,
  • die Einkünfte der Familiengesellschaft werden geschickt auf die Gesellschafter umgelegt, um den individuellen Steuersatz bei der Einkommensteuer optimal zu nutzen,

Betriebsvermögen und das Erbschaftsteuergesetz

Trotz der Erbschaftsteuerreformen in den vergangen Jahren wird das Betriebsvermögen im Erbfall weitgehend verschont. Das Erbschaftsteuergesetz (ErbStG) und das Bewertungsgesetz (BewG) regeln die Bewertung des Betriebsvermögens und damit die Bemessungsgrundlage für die Steuererhebung. Die Bewertungsverfahren, die man unter betriebswirtschaftlichen Aspekten heranzieht, haben hier keine Relevanz. Diese können lediglich durch die Erstellung eines Gutachtens berücksichtigt werden. Während die gesetzliche Bewertung vergangenheitsbezogen ist, können bei Unternehmensbewertungen zukünftige Sachverhalte berücksichtigt werden. Diese werden nach dem Standard des Instituts der Wirtschaftsprüfer IDW S1 erstellt.

Der Erbe von Betriebsvermögen kann zwischen Regelverschonung und Verschonungsoption wählen. Nur wenn die jeweiligen Kriterien erfüllt werden, entfällt die Erbschaftsteuer auf das Betriebsvermögen.

Es wird zwischen steuerlich begünstigten und nichtbegünstigten Betriebsvermögen, sogenanntem Verwaltungsvermögen unterschieden. Das steuerlich begünstigte Betriebsvermögen umfasst sämtliche Produktivvermögen. Verwaltungsvermögen ist in der Praxis jedoch nicht unproduktiv. Die gesetzliche Definition ist schwer nachvollziehbar. Daher ist die Ermittlung oder Gestaltung der Verwaltungsvermögens eine diffizile Angelegenheit, die man langfristig angehen sollte.

Durch geschickte Umstrukturierungen kann das Verwaltungsvermögen oft so reduziert werden, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Gewährung der Steuerbegünstigung erfüllt sind. .

Die enge Zusammenarbeit von Steuerberatern mit besonderen Kenntnissen bei der Erbschaftsteuer und versierte Rechtsanwälte für Erbrecht, so wie es unsere Kanzlei handhabt, sichert die optimale Nutzung der vorhandenen Steuersparmöglichkeiten bei der Vermögensübertragung.

Unsere Leistung zur Erbschaftsteuer und zum Erbrecht:

  • Erbschaftsteuererklärung, Schenkungsteuererklärung
  • Beratung zur steueroptimalen Vermögensübertragung
  • Beratung und Gestaltung zu Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer
  • Beratung zur vorweggenommenen Erbfolge
  • Beratung zur Schenkung
  • Testament
  • Erbvertrag
  • Erbfolge
  • Unternehmensnachfolge
  • Unternehmertestament
  • Testamentsvollstreckung
  • Immobilienbewertung für Erbschaft- und Schenkungsteuer
 
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